Über Uns Renata Motta

PROFESSORIN FÜR „GESELLSCHAFT, KULTUR UND KOMMUNIKATION IN IBERO-AMERIKA“

Fiebiger-Professur im Rahmen der Landesinitiative ‚Kleine Fächer‘ in Baden-Württemberg
Stellvertretende HCIAS-Direktorin

Affiliation: Heidelberg Centrum für Ibero-Amerika-Studien
Kooperation: Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

E-Mail: renata.motta(at)uni-heidelberg.de

Dr. Renata Motta ist Soziologin mit interdisziplinären Forschungsinteressen. Derzeit leitet sie das Teilprojekt „Küche und Garten” des SFB 1671, welches dazu forscht, wie lateinamerikanischer Aktivismus in Küchen und Gärten den sozialen und ökologischen Wandel in Brasilien und Argentinien fördert. Darüber hinaus beschäftigt sie sich als Fellow am Marsilius-Kolleg mit Herausforderungen und Vorteilen interdisziplinärer partizipativer Forschung zu traditionellen Nutzpflanzen für nachhaltige Lebensmittelsysteme, wobei sie sozialwissenschaftliches und biologisches Fachwissen miteinander verbindet.

Sie war Projektleiterin der Forschungsgruppe „Food for Justice: Power, Politics and Food Inequalities in a Bioeconomy" (2019–2025), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Renata wurde an der Freien Universität Berlin in Soziologie promoviert, verfügt über einen Master-Abschluss in Sozialwissenschaften von der Universidade de Brasília (Brasilien) und einen Bachelor-Abschluss in Internationalen Beziehungen von der Pontíficia Universidade Católica de Minas Gerais (Brasilien).

Vollständiger CV Renata Motta

Renata Motta

Bevor sie im August 2022 ans HCIAS kam, war sie Juniorprofessorin für Soziologie am Institut für Lateinamerikastudien der Freien Universität Berlin (Juli 2018 - Juli 2022) und Gastprofessorin für Brasilianische Studien und Global Studies an der Universität Aarhus, Dänemark (2017-2018). Sie war Gastprofessorin an der Università degli studi di Scienze Gastronomiche di Pollenzo (Italien, 2022) und an der Universidade de Brasília (Brasilien, 2019).

Renata ist Mitglied der International Sociological Association (ISA), der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der Latin American Studies Association (LASA) und des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (IPB). Sie war Vorstandsmitglied des Research Committee 47 der International Sociological Association (2014-2018) und des ESA Research Network on Risk and Uncertainty (2013-2014). Außerdem ist sie Mitglied des Redaktionsteams der Revista Brasileira de Ciências Sociais (seit Februar 2021) und der Estudos Sociedade e Agricultura (seit März 2021). Seit Oktober 2024 ist sie Research Fellow am Humanities Centre for Advanced Studies "Futures of Sustainability" an der Universität Hamburg. 

Forschung

Ihre Forschung verortet sich in der politischen Soziologie Lateinamerikas, mit einem Fokus auf Bewegungsforschung. Sie bezieht sich auf relationale Ansätze wie Mobilisierung und Demobilisierung sowie multi-skalar analytische Ansätze, wobei sie Länder nicht als begrenzte, geographische Räume versteht, sondern ihre Verflochtenheit in intra-, inter- und transregionalen Kontexten untersucht.

In der Soziologie der sozialen Ungleichheiten arbeitet sie in der Entwicklung theoretischer und konzeptioneller Ansätze wie global entangled inequalities. Zurzeit arbeitet sie daran, diesen konzeptionellen Rahmen auf das Thema Ernährung (food) anzuwenden, welches den Kern ihrer Nachwuchsgruppe zur sozioökologischen Transformation „Food for Justice: Power, Politics and Food
Inequalities in a Bioeconomy" bildete. Die Forschungsgruppe kombiniert theoretische Perspektiven der globalen Ungleichheiten mit der Erforschung sozialen Bewegungen. Die Forschungsfragen werden anhand von Fallstudien in Europa und Lateinamerika mittels qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden ausgearbeitet.

In der Geschlechterforschung untersucht sie Prozesse der Solidaritätsbildung und Koalitionen zwischen Frauenbewegungen, Feminismen und anderen sozialen Bewegungen.  Sie interessiert sich für die Rolle von Feminismen im Widerstand gegen den Rechtskonservatismus in Lateinamerika, Verbrechen gegen Land- und Umweltaktivistinnen sowie den Widerstand gegen sexistische Gewalt und Femizide.

Laufende Forschungsprojekte

  • Partizipative Forschung zu traditionellen Nutzpflanzen für nachhaltige Lebensmittelsysteme (Fallstudie Mashua): Dieses Projekt entwickelt und testet ein partizipatives Forschungsmodell, das Pflanzenbiologie und Sozialwissenschaften miteinander verbindet, um nachhaltige Lebensmittelsysteme voranzubringen. Am Beispiel von Tropaeolum tuberosum (Mashua) integriert das Team Genomik, Transkriptomik, Metabolomik und Phytochemie mit qualitativen, gemeinschaftsorientierten Methoden. Die Kernziele sind (1) die Erfassung bewährter Verfahren für partizipative Forschung im Agrar- und Lebensmittelbereich, (2) die gemeinsame Ausarbeitung eines Mashua-Forschungsplans mit indigenen und ländlichen Interessengruppen, (3) die Durchführung eines virtuellen Wissensaustauschs, um Prioritäten, Hindernisse und Verwendungszwecke zu ermitteln, und (4) die Erstellung eines Protokolls für eine freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) sowie partizipative Workshops für zukünftige pflanzenwissenschaftliche Projekte. Zu den Ergebnissen gehören ein gemeinsam verfasster Artikel, öffentliche Kommunikationsmaterialien, ein partizipatives Forschungsprotokoll und eine Cluster-Veranstaltung mit GreenRobust, die zu Biodiversität, Resilienz und Legitimität bei der Domestizierung und Züchtung von Nutzpflanzen beitragen.
  • Projekt „Küche und Garten. Heimatpraktiken lateinamerikanischer Aktivist*innen“: Das Projekt untersucht, wie lateinamerikanische Aktivist*innen Küchen, Gärten und Landbesetzungen nutzen, um zukunftsorientierte, utopische Heimaten zu schaffen. Es konzentriert sich auf Akteur*innen aus der Arbeiter*innenklasse, die sich in Brasilien und Argentinien für kollektive Land- und Wohnprojekte engagieren, und hebt die Konstruktion von Heimat als eine Form der sozialen und ökologischen Transformation hervor. Die Studie untersucht die Zusammenhänge zwischen Land, Ernährung, Politik und Gemeinschaft und betont die Rolle des Aktivismus bei der Gestaltung neuer Vorstellungen von Heimat und Zugehörigkeit.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • „Food for Justice: Power, Politics and Food Inequalities in a Bioeconomy" ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Nachwuchsforschungsgruppe (2019–2025). “Food for Justice" untersucht soziale Mobilisierung gegen Ungerechtigkeiten in Ernährungssystemen sowie soziale und politische Innovationen, die Ungleichheiten aufgrund von Klasse, Geschlecht, Rasse, Ethnizität oder Nationalität bekämpfen und die Ernährungssicherheit untergraben. Von 2019 bis 2022 war das Projekt am Institut für Lateinamerikastudien der Freien Universität Berlin angesiedelt. Mit dem Wechsel von Renata Motta zum HCIAS hat die Forschungsgruppe im Februar 2023 auch hier ihre Arbeit aufgenommen.

Aktuelle Publikationen

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Aktuelle Vorträge und Beiträge in den Medien

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  • Diskussionsrunde (Live): Distribuição de renda, preço dos alimentos e a fome no Brasil. Instituto Fome Zero. 02. September 2021. 
  • Moderation: Crossroads #2 - The Effects of Covid-19 on Food Security: Challenges and Opportunities for Transforming Food Systems. Freie Universität Berlin Veranstaltungsserie.  05. Oktober 2021.

Lehre

Semester April - Juli 2026

  • Seminar: Blackness and Whiteness in Brazilian cinema and scholarship
  • HCIAS Master's Colloquium
  • Lecture Series & HCIAS Colloquium

HCIAS Kursangebot Semester April - Juli 2026

Betreuung von Promotionsprojekten

  • Mariana Calcagni: „Food Justice movements in Latin America and Europe: towards a new food regime”. Freie Universität Berlin.
  • Eryka Galindo: „Feminist agroecology and food sovereignty“. Freie Universität Berlin, BMBF-Nachwuchforscher*innengruppe.
  • Lea Zentgraf: „Sociology of food and gender: women's claims and repertoires in Food Movements in Germany”; Freie Universität Berlin, BMBF-Nachwuchforscher*innengruppe.
  • Marian Orjuela: „Amazonian Women's Power: The Pursuit of Gender Justice in Contexts of Multi-sided Violence and conflict”. Heidelberg University, HCIAS doctoral research group “Communication and Society in Ibero-America”. Zweitbetreuung: HCIAS Prof. Dr. Francisco Moreno-Fernández.
  • Anne Ziegler: „Die Rolle von (Gemeinschafts-)Gärten in afro-indigenen Kosmovisionen, Territorien und Identitätsverhandlungen in Quilombo-Gemeinschaften rund um Belo Horizonte, Brasilien“. Heidelberg University, CRC 1671 Heimat(en).

Weitere Betreuung als Gastgeberin:

  • Andréia Anschau. Universidade Federal do Rio Grande do Sul, Brasilien. (März 2025 bis Mai 2025).

Bei Anfragen zur Betreuung von Promotionsprojekten wenden Sie sich bitte an die Koordination des Doktorandenprograms des HCIAS unter doctorate(at)hcias.uni-heidelberg.de.

Kontakt

Prof. Dr. Renata Motta

Heidelberg Center for Ibero-American Studies | HCIAS
Brunnengasse 1, 69117 Heidelberg

Tel: +49 (0)6221 54-19327
E-Mail: renata.motta(at)uni-heidelberg.de

Besuchsadresse: 
Brunnengasse 1, 69117 Heidelberg
Raum 005 (3012.00.005)

Sprechstunde

Donnerstags 13:30 - 15:30
Nur nach vorheriger Anmeldung unter: renata.motta(at)uni-heidelberg.de